Liebe Gemeinde,gerne würde ich jetzt jeden einzelnen von Ihnen, von Euch, mit Namen anreden, aber das geht nun mal nicht und würde den Rahmen sprengen. Als mein Mann am 1. März diesen Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde, da war ich richtig froh, dass mir noch Zeit blieb. Immerhin Monate! Aber was war das für eine verrückte Zeit, denn schon bald kam der Lockdown aufgrund von Corona, gepaart mit einer gewissen Sprachlosigkeit und Unsicherheit, denn so etwas hatte noch keiner von uns erlebt! Viele schöne Veranstaltungen mit unseren Gemeindegruppen, musikalische Veran-staltungen, die Sacropop-Chorprojekte, Musik mit unseren Chören und auch das geplante Gemeindefest etc. mussten abgesagt werden, und nach gewissen Lockerun-gen im Herbst, die gerade den Senioren auch sehr gut getan haben, befinden wir uns wieder in einem Lockdown, aber wenigstens dürfen Gottesdienste, Amtshandlungen und Konfirmandenunterricht noch stattfinden, natürlich unter den bekannten Hygie-nekonzepten. Nein, das war nicht mein Jahr! So hatte ich mir mein letztes Jahr wirklich nicht vor-gestellt! Denn für mich spielt sich Gemeinde immer auch in der direkten Begegnung ab, im persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht, und es tut mir von Her-zen weh, wie viel Einsamkeit zahlreiche Menschen, gerade auch die älteren, in dieser Zeit zu spüren bekommen haben und immer noch spüren! Ich bin ein großer Men-schenfreund und ich habe Freude an der Begegnung mit Menschen, mich interessiert, wie es dem Anderen geht, was ihn oder sie bewegt, belastet oder beschäftigt, auch im Blick auf den Glauben.Im April 2021 ist es 12 Jahre her, dass wir hier mit unseren drei Töchtern ins Mild-stedter Pastorat eingezogen sind. Am 1. Mai 2009 habe ich meinen Dienst begonnen, und im Juni wurde ich dann offiziell eingeführt. Wie schnell sind die 12 Jahre doch vergangen, viel zu schnell! Und nun heißt es Abschied nehmen, auch wenn ich mich noch gar nicht danach fühle.Ich bin traurig, dass ich meine liebe Gemeinde, die mir so sehr ans Herz gewachsen ist, nun zurücklassen muss! Es erfüllt mich mit Wehmut, dass wir aus dem schönen alten Pastorat ausziehen müssen, in dem wir uns immer sehr Zuhause gefühlt haben. Und es erfüllt mich auch mit Traurigkeit, dass unsere Kinder ihr Elternhaus verlieren. Ich weiß, das ist nun mal so und leider nicht zu ändern.

Aber was mich und meine Familie mit positiver Energie erfüllt und was den Ab-schiedsschmerz etwas lindert, ist die Tatsache, dass uns Nordfriesland als Heimatre-gion nicht verloren geht, weil wir nämlich in Husum ein Haus gefunden haben, das für uns zu einem neuen Zuhause werden kann! Mildstedt ist ja gleich um die Ecke, so dass man sich auch noch besuchen und Kon-takt halten kann, wie schön! Ich habe sehr gerne hier in Mildstedt als Pastorin gear-beitet und bin sehr dankbar für die vielen menschlichen Begegnungen in dieser Zeit, zu fröhlichen Anlässen, zu traurigen Anlässen oder einfach auch mal so. Für mich stand in jeder Situation der Mensch im Vordergrund.Die Zeit in Mildstedt hat mich ganz sicher geprägt und verändert, und natürlich habe ich von Ihnen und Euch auch ganz viel gelernt. Und wem ich vielleicht etwas schul-dig geblieben bin, der möge es mir nachsehen. Danke für alles, auch für die freund-schaftlichen Begegnungen und Beziehungen, die in den Jahren gewachsen sind! Am 3. Januar 2021 werde ich in einem feierlichen Gottesdienst verabschiedet, mal sehen, was dann unter Corona überhaupt möglich ist. Aber noch bin ich da und freue mich über Gespräche und Kontakte und sei es auch nur am Telefon.Ich wünsche Ihnen und Euch von ganzem Herzen Gottes Segen, Gottvertrauen und Zuversicht in dieser unsicheren und auch belastenden Zeit!.Dass Sie gesund bleiben und Ihr natürlich auch, auch im kommenden Jahr 2021, das liegt mir ganz besonders am Herzen, und wer mag, darf sich in Gedanken von mir gerne gedrückt fühlen, ich tu das auch!